So einsam, so verlassen von den Leben
all der Menschen und endlich aufgegeben.
Da stehst du nun – steinerne Schönheit.
Ich kann’s nicht verstehen.
Was hast du nur getan so vergessen zu werden?
Du warst immer so stark und groß
und so voll Leben und zauberhaft.
Ich lief schon auf Kinderbeinchen
durch dein festes Mauerwerk.
Habe wohl die Welt entdeckt – damals.
Und war ich erschöpft, botest du mir
wonach mich verlangte.
Und ich trat dich, tat dir Leid,
doch verziehen war das Herz schon wenn’s geboren.
Ach du; du weißt doch genau was lieben heißt.
Wir nahmen dich in unsere Mitte, deinen Boden
mit unseren glühend schmelzenden Körpern liebkosend
- Hingabe unter deinem Schutze.
Du schautest mild lächelnd über uns hinweg.
In die Schleierwelten wanderte dein Blick.
Oh mein gütiger Lehrer, wie oft folgte ich dir,
wohin nur du belebtest mich.
Und so viele fanden Zuflucht bei dir,
ihre Heimat hatte dich zur Mitte.
Sie brachten dir ihr Lachen als Dank.
Die Freuden hast du genossen – ich weiß.
Unser aller Streben gab dir immer auf’s neue
eine warme, sanfte Decke gegen den Tod,
wir erweckten dich mit uns zum Leben.
Deine Güte machte uns alle gleich.
Du warst ein Kind, wie ich
auch einmal deines war, dich liebend.
Und als Brüder trotzten wir allen Unbilden.
Die Welt war ein zartes Rauschen.
Doch was geschah mit dir – mit mir,
mit uns schritt die Zeit, ich weiß.
Sie ist unerbittlich! Und doch,
warum kann sie uns bezwingen?
Du bist doch der wahre Recke,
ich bin doch ein großer Krieger.
Wir fochten seit je gemeinsam.
Nie waren wir verloren.
Und heute stehst du hier vor mir,
die Heimat der Familie.
Und du weinst mit mir – wir trauern
den verflogenen Siegen nach.
Komm, müder Gefährte,
ich will deinen Weg ebnen, dich stützen.
Du wirst nicht vergessen – nicht vin mir.
Wir erzählen uns noch ein paar Zeilen Erinnerung.
Du kannst gern deine Tore an mich lehnen.
Natürlich. Ich werde die Last mit dir teilen.
Sie wird dich nicht beschämen, immer hat sie’s versucht.
Verflucht! Warum wir, lebenslanger Freund?
Sieh, ich krieche neben dir – verzweifelt.
Eine Träne! Halt sie! Sie sollte doch nicht fliehen.
Doch wir haben noch so viele für einander.
Ein ganzes Meer ist noch zu befreien.
Ja mein Freund, leg dich nieder.
Ein wenig des Schlafes nur – Ein Traum,
dein letzter ist unerhört.
Du bist der Odem einer neuen Welt.
Lass mich nicht los, nicht jetzt.
Ich seh dich gerne an, auch mit den Narben.
Du bist sterbend schöner als ein junger Spross.
Leb wohl. Ich liebe dich.