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Das Leben in einer Gesellschaft ist wie eine zu klein gerate Maske, die man sich aufzwingt, um bei einem Kostümfest freien Eintritt zu erhalten.


Ein Nachruf

Ginge es um ein Vielfaches zurück, ich richtete das Wort an die eine Wiege, die mir Sicherheit und Wärme gab, in der unbilden Arroganz schwereloser Kindheit. Als ich das Schleifenbinden auf einem Stoffkissen mit Geschenkband erlernte. Als ich dir im Winter aufhalf, wenn du rücklings im Schnee versankst. Du warst mir Lehrer, warst die Sorge um mein Wohlergehen, die Heiterkeit, ein Halt in jener Nachbarschaft. Ich war und bin die Ohnmacht eines Dankes deiner Taten. Verzeih und sei dir meiner Klage um deines letzten Ganges stets bewusst. Nun sorge ich, wo du nun weilst und ob ich deines Stolzes würdig bin.

† Helga Schrade, 16. Februar 2010

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Am ersten Tag

Einen neuen Raum errichtest du in meinem noch so jungen Heim. Mit dem ersten Augenaufschlag füllst du ihn mit Freudentränen und der unumstößlichen Gewissheit, dass ich nun achte wer ich bin und achte wer du wirst. Und was du bist, ist ein leeres Gefäß, das laut und leise fordert es zu füllen mit all den Bilden des Lebens, dem gutgütigen Erbe der Ahnen, den Künsten der Welt und dem Wegeplan sicher darin zu bestehen. Du bist geboren, du bist frei – dies eine Versprechen will ich dir geben. Du bist frei der Dinge, die mir zur Last gelegt, du bist frei der Dinge, die die Menschen Freiheit nennen. Sei Erfinder, liebster Sohn, sei das Gefäß, das ich zu füllen im Stande bin. Mehr und nichts verlange ich, von mir und meinesgleichen.

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